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Im.Perfekkt · Home Story 15.04.2026
„Das Beste lag schon im Flur.“

Der Tisch, der schon im Haus war

Der Flur war voll. Drei Schränke, auseinandergenommen und an die Wand gelehnt. Ein Sekretär mit gebrochenem Fuß. Eine ausgehängte Zimmertür. Daneben ein Stapel Dielen, die seit dem Dachbodenausbau dort lagen.

„Das muss alles weg“, sagte der Kunde. „Kommt Freitag der Sperrmüll.“

Wir waren eigentlich wegen eines Esstischs da.

Der Tisch, der schon im Haus war — Projekt in der Region Südpfalz
Die Platte: Eiche aus drei Schränken, dunkel geölt. Jede Fläche stammt aus einem anderen Möbel.

Der Umweg

Der eigentliche Termin war schnell erledigt: sechs Plätze, 2,20 Meter, Altbau mit hohen Decken und Blick ins Tal. Wir hätten am selben Abend ein Angebot über Wildeiche schreiben können.

Stattdessen sind wir noch eine Stunde geblieben und haben den Flur auseinandergenommen. Der Schrank der Großmutter: Eiche, gewachsen, nichts furniert. Der Sekretär: Kirschbaum, unter drei Schichten Lack. Die Zimmertür von 1954: Kiefer, astrein, wie man sie heute nicht mehr kauft.

Was am Freitag im Container gelandet wäre, war besseres Holz als alles, was wir hätten bestellen können.

Fünf Hölzer, fünf Jahrzehnte

Was danach kam, war die eigentliche Arbeit. Fünf verschiedene Hölzer aus fünf Jahrzehnten, jedes mit eigener Feuchte, eigener Farbe, eigener Härte. Der bequeme Weg wäre gewesen, alles dunkel zu beizen und die Unterschiede verschwinden zu lassen.

Wir haben das Gegenteil gemacht. Die Platte zeigt jedes Herkunftsstück als eigenes Feld. Wer genau hinsieht, erkennt, wo der Schrank aufhört und die Tür anfängt.

Der Moment, in dem es schiefging

Nach dem Verleimen stand die Platte drei Tage in der Werkstatt. Am vierten Morgen war sie krumm. Die Kiefer aus der Zimmertür hatte stärker nachgearbeitet als alles andere und die ganze Fläche in eine leichte Schüssel gezogen.

Trennen und neu verleimen hätte zwei Wochen gekostet. Also haben wir sie beschwert, kontrolliert nachtrocknen lassen und von unten mit Stahlprofilen stabilisiert, die den Zug aufnehmen. Was als Notlösung begann, ist heute das Detail, auf das wir am meisten stolz sind: Man sieht es nur, wenn man sich bückt.

Wir wollten nicht kaschieren, woher es kommt. Das war ja der ganze Punkt.
Der Tisch, der schon im Haus war — Projekt in der Region Südpfalz Der Tisch, der schon im Haus war — Projekt in der Region Südpfalz Der Tisch, der schon im Haus war — Projekt in der Region Südpfalz Der Tisch, der schon im Haus war — Projekt in der Region Südpfalz Der Tisch, der schon im Haus war — Projekt in der Region Südpfalz Der Tisch, der schon im Haus war — Projekt in der Region Südpfalz Der Tisch, der schon im Haus war — Projekt in der Region Südpfalz

Was wir gekauft haben

Leim. Öl. Vier Stahlwinkel.

Alles andere stand vorher schon in dieser Wohnung — nur in anderer Form.

99 % des Materials war
bereits im Haus

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